Die Chronik

Nachdem bereits in den Nachbarorten Ostentrop und Schönholthausen seit 1850 und in Serkenrode seit 1881 ein Männergesangverein tätig war, wollte man um die Jahrhundertwende auch in Fretter nicht nachstehen auf dem Gebiet des Gesangs.

So fanden sich exakt am 02. März 1901 einige sangesfreudige und mutige Männer im Gasthof Winkelmeyer zusammen, die dann den Männergesangverein Fretter gründeten. Es wird in Unterlagen als Gründungstag eben dieser 02. März 1901 bestätigt. Da aus der Gründerzeit Unterlagen Mangelware sind, stützen wir uns mit Informationen weitgehend aus den Chroniken zum 30-jährigen Bestehen und weitere.

Aus Anlaß des 30-jährigen Bestehens wurden am 9., 10. und 11. Mai 1931 ein großes Freundschaftssingen und ein Wettstreit veranstaltet.

In der Vereinsgeschichte von 1931  wird Ludwig Brögger als Vorsitzender genannt. Als Chorleiter war Lehrer Georg Engelkamp tätig. Als weitere Gründungsmitglieder sind namentlich erwähnt:

  • Wilhelm Kathol, Kassierer
  • Josef Spielmann, Schriftführer
  • August Vogel
  • Johann Klinkhammer
  • Johann Funke
  • Bernhard Bender
  • Anton Kathol
  • Anton Küthe

Als älteste Unterlage liegt uns heute die Satzung vom 20. Dez. 1905 vor. Sie ist wie folgt unterzeichnet:

  • 1. Vorsitzender Franz Hümmler
  • 2. Vorsitzender Bernhard Bender
  • Schriftführer Josef Spielmann
  • Kassierer Wilhelm Kathol
  • Dirigent Johann Klinkhammer
  • Stellvertretender Dirigent Josef Remberg

In §1 dieser Satzung werden als Zweck des Vereins genannt: Pflege des Gesangs, der Geselligkeit und eventuell des kirchlichen Gesangs. Mitglied konnte jeder Unbescholtene werden, der das 18-jährige Lebensjahr vollendet hatte. über die Aufnahme musste in einer Chorstunde durch geheime Abstimmung unter den anwesenden Sängern entschieden werden. Zur Aufnahme war eine 2/3-Mehrheit erforderlich. In dem ältesten vorliegenden Mitgliederverzeichnis sind bis 1907 45 aktive Mitglieder verzeichnet. Mit Austritten und Ausschlüssen kann man demnach für diese Jahre von 25 bis 30 aktiven Mitgliedern ausgehen. Im Dezember 1910 wurden   26 Aktive registriert. Hinter neun Namen ist als Eintrittsdatum November 1910 vermerkt, offensichtlich der Erfolg einer größeren Werbeaktion.

Als der Gründungsdirigent, Lehrer Engelkamp, im Jahre 1905 versetzt wurde, konnte kurzzeitig wieder ein Lehrer F. Neuhaus als Dirigent gewonnen werden. Doch auch er wurde schon bald wieder versetzt, so daß im gleichen Jahr Johann Klinkhammer, ein echter Duarpesjunge, den Dirigentenstab übernahm. 1912 wurde Robert Grundmann aus Essen als Lehrer nach Fretter versetzt und leitete den MGV bis er als einer der ersten 1914 zum Kriegsdienst einberufen wurde und sein Leben an der Front lassen mußte. Neben ihm verlor der Verein weitere Sangesbrüder.

Nach Kriegsende nahm der Verein am 01. Febr. 1919 unter der Leitung von Lehrer Wilhelm Kruse seine Tätigkeit wieder auf. Nach kurzer Probenzeit konnte der Verein den letzten heimkehrenden Sangesbruder Johann Rosenthal mit einem Ständchen begrüßen. So sehr schnell wuchs der Verein auf 40 aktive Sänger, was jedoch für den Chorleiter kein Maßstab für die Leistung war. Der gesamt Chor mußte sich einer Stimmprobe unterziehen und es blieben nur 25 Auserwählte übrig. Für den Verein war das sicher ein harter Schlag, doch gleichzeitig Ansporn, der das Ausscheiden so manchen lieben Sangesbruders verschmerzen ließ. Die zielstrebige Arbeit von Lehrer Kruse führte dann den Verein 1922 und 1924 zu den ersten großen Erfolgen auf Wettstreiten in Finnentrop, Marienborn und Attendorn. Als Lehrer Kruse 1924 wieder versetzt wurde, führte Lehrer Josef Esleben aus Serkenrode seine Arbeit erfolgreich fort. Von 1927 bis 1929 leitete Lehrer Rudolf Kaiser aus Werdohl den Chor. Auch unter ihm ging es weiter aufwärts. 1928 errang der Verein auf einem Wettstreit in Bamenohl zwei erste Preise. Im Jahr 1929 holte man Herrn Robert Nierstenhöfer aus Altena als Chorleiter nach Fretter. Erste Preise wurden mit ihm im Klassen-Ehren, und Hauptehrensingen in Albaum 1929, Kirchhundem 1930 , Heinsberg 1931 und Neheim –Hüsten 1932 errungen. Daneben fielen dem Verein Höchst- und Dirigentenpreise zu.

Als Robert Nierstenhöfer 1934 aus Alters- und Gesundheitsgründen abdanken mußte, konnte er seinem Nachfolger Hans Specht aus Plettenberg einen wohlgeformten Klangkörper übergeben. Herr Specht gewann wiederholt erste Preise bei Wertungssingen des Sängerkreises Meschede. 1937 übernahm Musiklehrer Paul Siepe aus Attendorn den Chor und leitete ihn, bis im 2. Weltkrieg die Vereinstätigkeit eingestellt werden mußte. Auch der 2. Weltkrieg forderte seinen Tribut vom MGV Fretter.

Im Herbst 1946 nahm der Verein zunächst seine Proben unter Lehrer Esleben wieder auf, bis 1947 Paul Siepe die Leitung wieder übernahm. In den ersten Nachkriegsjahren hatte sich zu den alten Sängern, die aus der Kriegsgefangenschaft heimgekehrt waren, eine große Anzahl junger Männer gesellt, so daß der Verein beim 50-jährigen Bestehen im Jahr 1951 66 aktive Sänger zählte. Die beispielhafte Arbeit von Chorleiter Paul Siepe und dem ersten Vorsitzenden Otto Deitenberg brachte dem Verein höchste Anerkennung und erstaunliche Erfolge bei den Wettstreiten 1949 in Wenden, 1950 in Garbeck, 1951 in Hohenlimburg, 1953 in Kirchhundem und 1956 in Burg Blankenstein. Im Jahr 1959 trafen den Verein zwei harte Schläge. Im Sommer erlag Otto Deitenberg einer heimtückischen Krankheit. Ende des Jahres gab Paul Siepe die Leitung des Vereins auch aus gesundheitlichen Gründen ab. Als Chorleiter konnte Josef Birkelbach aus Grevenbrück gewonnen werden. Zum ersten Vorsitzenden wurde Anfang 1960 Josef Deitenberg gewählt, der die erfolgreiche Arbeit seines Vaters fortsetzen sollte. Durch diesen Wechsel verloren leider auch viele gute Sänger ihr Interesse am Singen. So zählte der Verein 1961 nur noch 39 Aktive. Ihre Zahl stieg 1965 nochmals kurz bis auf 46 , fiel dann aber 1970 rapide bis auf 30  zurück. Doch auch bei diesen war das Interesse teilweise so gering, daß Proben mit 18 bis 20 Sängern an der Tagesordnung waren. Etliche Proben mußten sogar ausfallen, weil mit den wenigen, die sich eingefunden hatten, keine Probenarbeit möglich war. Mit dankenswerter Unterstützung unseres damaligen Pfarrers Helmut Goerigk wurde eine Werbeaktion durchgeführt, die die Zahl der Aktiven zum 70-jährigen Vereinsjubiläum 1971   wieder auf 35 steigen ließ. Beim 75-jährigen Jubiläum stellte sich der Chor dann wieder mit 53 Sängern vor. Trotz aller Bemühungen konnte die angestrebte Zahl von 60 Aktiven nicht wieder erreicht werden.

In diesen Jahren durchlebte der Verein schwere Zeiten, Dank sei allen, die trotz aller Probleme durchgehalten haben sowie dem Chorleiter und Vorsitzenden. Ohne sie gäbe es den MGV Fretter heute nicht mehr.

Aus Anlaß der 25-jährigen Tätigkeit von Josef Birkelbach und Josef Deitenberg fand 1984 ein Konzert statt, das vom Musikverein Schönholthausen unter Leitung von Hans Hager mitgestaltet wurde. Dieses Konzert hinterließ bei den Zuhörern einen bleibenden Eindruck. Im Rahmen des Konzertes erhielten beide neben den Auszeichnungen des Deutschen Sängerbundes aus der Hand des Bürgermeisters Erwin Oberkalkofen den Ehrenteller der Gemeinde Finnentrop. Als alter Sangesfreund und langjähriger aktiver Sänger stellte er in seiner Festansprache die Verdienste heraus, die sich Josef Birkelbach und Josef Deitenberg mit ihrer Arbeit für den MGV Fretter und damit für das gesamte Dorf erworben haben.

Anläßlich des 85-jährigen Bestehens wurde im Oktober 1986 erneut ein volkstümliches Konzert mit dem Musikverein Schönholthausen veranstaltet. Während dieses Konzertes wurden langjährige aktive Sänger geehrt sowie Karl Blumenroth für 60-jährige aktive Sängerzeit. Nach über 27 Jahren erfolgreichen Wirkens von Chorleiter Josef Birkelbach wurde im Februar 1987 Karl-Heinz Muckenhaupt als neuer Chorleiter verpflichtet. Ziel   seiner Tätigkeit war die erstmalige Erringung des Titels Meisterchor. Im September 1989 nahm der Verein teil am Kreisleistungssingen in Detmold, im November 1991 erfolgte das Bezirksleistungssingen in Enger, beides wurde mit Erfolg abgeschlossen. Beim Bundesleistungssingen im Mai 1993 in Meinerzhagen wurde das Ziel leider nicht erreicht.

Nach diesem Ereignis trennte man sich in gegenseitigem Einvernehmen und engagierte Musikdirektor FDB Werner Tillmann aus Oberhundem. Während vor dieser Zeit die Arbeit des Chores mehr auf den Besuch von Wettstreiten und Leistungssingen ausgerichtet war, legte Werner Tillmann den Schwerpunkt auf Beiträge zum dörflichen Leben: Ausrichtung von Konzerten in Schützenhalle und Kirche, auch in Zusammenarbeit mit auswärtigen Solisten und Orchestern, Mitgestaltung von kirchlichen und weltlichen Jubiläen und Festen, Ständchen zur goldenen Hochzeit und zum 90. Geburtstag auch von Nicht-Mitgliedern. Selbstverständlich scheut der Chor auch keinen Vergleich mit anderen Vereinen bei Freundschaft- oder Kritiksingen. So nahm man 1998 am Gutachtersingen in Belecke unter Bewertung von Professor Schmoll erfolgreich teil. Während der Verein im Mai 1999 an einem Volksliederwettbewerb in Hüttenberg/Hessen sein Können unter Beweis stellte, begannen bereits damals die Vorbereitungen für das 100-jährige Bestehen im Jahr 2001.

Aus gesundheitlichen Gründen mußte Josef Deitenberg im Januar 1998 noch während seiner Amtszeit den Vorsitz abgeben, zum neuen ersten Vorsitzenden wurde einstimmig Gerhard Klinkhammer gewählt, der die erfolgreiche Vereinsarbeit fortsetzen sollte. In dieser Jahreshauptversammlung wurden die Leistungen von Josef Deitenberg durch den Sängerkreis Bigge-Lenne gewürdigt.

Das Jahr 2000 war geprägt von den Planungen für das Festjahr, das mit herausragenden Veranstaltungen in die Vereinsgeschichte eingehen sollte. Schwerpunkt der Arbeit ist zudem die für die Zukunft notwendige Nachwuchsförderung. Zur Pflege der Gemeinschaft und Geselligkeit unternimmt der Verein regelmäßig Eintages-, Mehrtagesfahrten und Ausflüge nach Nah und Fern, immer verbunden mit gesanglichen Darbietungen am Reiseziel.

Die Vereinssatzung wurde Ende des Jahres 2000 aktualisiert und dem neuesten Stand angepaßt, die Eintragung in das Vereinsregister beim Amtsgericht vollzogen und die Gemeinnützigkeit des Vereins anerkannt durch das Finanzamt Olpe.

In §2 der neuen Satzung ist festgelegt: Zweck des Vereins ist die Pflege und Ausbreitung des deutschen Chorgesanges zur Erreichung des Vereinszwecks werden regelmäßig Chorproben abgehalten und Konzerte veranstaltet. Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts steuerbegünstigte Zwecke der Abgabenordnung.

Im August 2002 gab Werner Tillmann das Dirigat an seinen Sohn Marcel ab, der den Verein bis Juli 2006 leitete.

Nach intensiver Suche konnte ab August 2006 Herr Christoph Ohm aus Olpe als Dirigent verpflichtet werden.

Mit dem neuen Dirigenten nahm der Chor dann am 05. Mai 2007 am Leistungssingen in Düren mit Erfolg teil.

Der Verein zählte zu Beginn des Jubiläumsjahres 45 aktive Sänger, die sich regelmäßig dienstags um 18.30 Uhr mit ihrem Chorleiter zur Probe im Vereinslokal treffen.

Heute zählt der Verein 31 aktive Sänger